Ach, wie schade! Wie gerne hätte ich meinem popeligen To-do-Zettel diesen wunderschönen Namen verliehen. Aber es ist und bleibt eine von meinen zwar sehr geschätzten aber hingekrickelten Listen. Da wird auch kein Organigramm draus wenn ich alles sauber mit dem Computer abtippe. Dann eben nicht. Es ist den planerischen Aufwand nicht wert; ich muss pragmatisch sein und einfach alles abarbeiten. *ärmelhochroll* Da fällt mir noch eine ‘Rolle Mülltüten’ ein. Ab auf die Liste, in der sich Abschiedsaktivitäten mit Schuljahrsenderledigungen munter vermischen.
Ich muss alles von hinten aufrollen, morgen in 8 Tagen ist der letzte Tag, aber ‘THE DAY’ ist am Dienstag. Ich gehe gerne in den Ruhestand, mit allergrößtem Vergnügen, aber hoffentlich muss ich nicht weinen, ich sentimentale (Kuh?). Das dachte ich heute, als ich unsere liebe Ein-Euro-Jobberin einlud, die sich so hingebungsvoll um die Sauberkeit in der Schule kümmert und die nette Dame, die eigentlich am Telefon sitzt, uns aber fleißig Arbeitsblätter druckt und sie ungefragt locht und klammert, diese Perle. Sie guckten zuerst entsetzt (wie-was-wieso?) und dann erfreut (wegen der Einladung). Aber ich bin nun mal alt genug, um zu gehen, was sie natürlich nicht wissen können. (Ich sehe 10 Jahre jünger aus und fühle mich 25 Jahre jünger *gg*).
Wann habe ich wo die letzte Stunde? In welcher Klasse bin ich ohne Bücher (weil die immer frühzeitig eingesammelt werden müssen)? Was mache ich in der letzten Stunde? Den letzten Stunden? Wann muss ich welchen CD-Player zurückgeben (mittlerweile steht in jeder Klasse einer)? Was werde ich in der Schülervollversammlung sagen, wenn mein Chef meinen Abschied verkündet? Nichts, so gut wie nichts, ich lasse Bon Jovi für mich sprechen singen. Das wird den Schülern besser gefallen als jede Abschiedsrede. Ich muss mein Fach leer räumen, meinen Schlüssel abgeben, Sachen verschenken und noch so viel mehr.
Was muss ich kaufen? Was muss ich wann mitbringen? Der Sekt muss schon einen Tag vorher kalt gestellt werden. Ist überhaupt Platz in dem abgewrackten Eisschrank? Wird er noch da sein, wo doch wegen Renovierungsarbeiten das Lehrerzimmer ausgeräumt wird? Fragen über Fragen und sooo viele Unwägbarkeiten. Das könnte mich beunruhigen, aber der nette Lehrerrat steht tatkräftig an meiner Seite. Da könnte ich fast weinen … Nun seid doch nicht alle so nett zu mir!
Und jetzt schneide ich den heutigen Tag ab (nur noch 5 Arbeitstage) und schreibe meine Liste ins Reine. Dann überarbeite ich meine “Rede”. Ich hasse Reden, besonders, wenn ich eine halten muss. “Reden halten mag ich nicht, da mach ich lieber ein Gedicht.”
P.S. Am besten weine ich vorher ;-))) vielleicht gleich …
Juni 18, 2008 um 12:32
Ich kann mir vorstellen, dass diese Tage jetzt für Dich emotional sehr zwiegespalten und aufwühlend sind und sie werden für Dich nur so vorbeifliegen und sicher wird auch die ein oder andere Träne fließen. Dass Dich diese Tage und die Vorbereitung darauf ganz schön aufwühlen, zeigt ja auch, dass Du ernsthaft anfängst zu glauben, Du seist eine “Kuh”! ;o) Nein, bist Du nicht! Du bist ein Mensch, der mit viel Engagement und Herzblut einen großen Teil seines Lebens in eine wichtige Aufgabe investiert hat und nun einen neuen Lebensabschnitt beginnt. Da dürfen ruhig mal ein paar Tränchen fließen und das hat auch nix mit “Sentimentalität” zu tun. Ich wünsche Dir jedenfalls, dass Du einen für Dich positiven und guten Abschluß und Abschied vom alten Lebensabschnitt erlebst und dass Dir noch einmal die Zuneigung Deiner Kollegen und Schüler entgegenschlägt, die Du Dir erworben hast. Und dann wirst Du – so wie ich Dich über das Internet kennen gelernt habe – mit Freuden und Deiner Dir eigenen Energie in den neuen Lebensabschnitt starten und Deine neuen Freiräume genießen.
Juni 18, 2008 um 5:09
Danke ((Liisa)), gut gesagt/gechrieben.
Juni 18, 2008 um 7:48
du machst das schon … auf deine dir eigene art. und das muss auch so sein. klar, dass die letzten tage die emotionen nochmal hochsteigen lassen, die man so oft in dem harten job verdrängt hat. weil man es emotional vielleicht gar nicht überlebt hätte … alles, was jetzt in den tagen passiert, gehört ganz einfach dazu. es ist ein gemisch aus abschied, abschluss und anbruch mit aufbruchstimmung – so eine mixtur ist nunmal nicht alltäglich. doch deine persönlichen voraussetzungen sind bestens, dass du es mit dem “umstieg” ganz schnell packen wirst, weil du erkennst, dass dieser beruf ein teil deines lebens war – aber nicht dein lebensinhalt. lache und weine, wie dir danach ist! (((knuffels)))
Juni 18, 2008 um 8:32
Wunderbar gesagt, liebe Ina, ein Teil meines Lebens, aber nicht mein Lebensinhalt, nicht mehr.
Juni 20, 2008 um 9:44
noch kann ich mich gut daran erinnern, wie es mir in diesen tagen ging.
obwohl der abschied herbeigesehnt war – als es dann soweit war flossen dann doch ein paar tränchen – aber mehr deshalb, weil ich gerührt von den sympathiekundgebungen der kollegen war.
lass die emotionen nur zu, du wirst dich nach einiger zeit gern daran erinnern…
aber es ist schon eine mulmige situation – man nimmt abschied von etwas, das einen jahrelang begleitet hat und ein grosser teil des lebens war.
nun beginnt etwas ganz neues… und du solltest dich darauf freuen!
und vielleicht treffen wir uns ja mal im ostheller um unsere neuen lebenserfahrungen auszutauschen!
sei lieb gegrüsst!
p.s. stöckchen aufgefangen!
Juni 20, 2008 um 11:44
Genau so geht es mir, Shayanna. Und auf das Neue, das freie Leben freue ich mich unbändig. – Bestimmt treffen wir uns mal im Ostheller oder dort in der Nähe ;-)