Augen zu und durch

So dachte ich als ich wach wurde und wieder, als ich auf dem Zahnarztstuhl Platz nahm. Ausgerechnet an meinem Abschiedstag mit der ellenlangen To-do-Liste musste ich noch den Punkt “Rausgefallenes Inlay wieder einkleben lassen” dazwischen schieben.

Aber alles fügte sich und so saßen wir am frühen Nachmittag auf der Wiese unter alten Bäumen, um den Abschluss des Schuljahres und meinen Abschied zu feiern. Das Buffet wurde ohne mich geplündert, denn ich konnte vor Aufregung nur Flüssiges zu mir nehmen, Orangensaft.

Ich mag es überhaupt nicht, im Mittelpunkt zu stehen und vielleicht auch noch geistreich sein zu müssen, doch auch hier fügte sich alles auf angenehme Art. Der Chef hatte sich ein paar Daten aus meinem Personalbogen zusammengestoppelt und am Ende das übliche Lob angefügt. Witzig wurde es, als der junge Lehrerratsvorsitzende ein paar Worte sagte; es war dann eher eine Art Dialog mit mir. Danach waren die Fachschaften dran und die persönlichen, sehr zutreffenden Worte meines Lieblingskollegen haben mich doch nahe an den Rand des Tränenteichs getrieben.

Kurz und gut, es war locker, wehmütig, lustig, witzig, persönlich. Sie haben mir einen wundervollen warmherzigen Abschied bereitet.

Eine Antwort zu “Augen zu und durch”

  1. Wildgans sagt:

    Das hört sich schön an!
    Alles Gute dir!!
    Bloggerkreisen bleibst du ja erhalten, wohl! (Wie man im Siegerland so sagt, hier sagt man: gelle!)
    Gruß von Sonia

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