Ich hab’s ja gesagt, auch wenn mir der erste Krimi nicht in allen Aspekten gefallen hat, werde ich Fred Vargas noch eine Chance geben, eine meiner Lieblings-Autoren zu werden. Und das war gut so.
„Bei Einbruch der Nacht“ hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen, nicht nur wegen der Sprache, der genial einfachen, aber trotzdem aussagekräftigen Dialoge, nicht nur wegen der skurrilen Typen, die dieses Buch bevölkern, sondern diesmal stimmte auch der Plot – für mich zumindest. Die Überraschung kommt am Ende und ähnelt der von „Fliehe weit und schnell“, erscheint mir aber nicht mehr so unwahrscheinlich.
Ein „Werwolf“ geht um, reißt Schafe und beißt schließlich auch der dicken Suzanne die Kehle durch. Ihr schwarzer Ziehsohn Soliman, der alte Schafhirte „Der Wächter“ und Camille, die ich als Freundin von Komissar Adamsberg bereits kennengelernt habe, machen sich mit einem alten, nach Wollfett stinkenden Viehtransporter auf den Weg, den der verdächtige und inzwischen verschwundene Einzelgänger Massart auf einem Plan eingezeichnet hat. Weil sie irgendwann nicht mehr weiter wissen, bittet Camille ihren ehemaligen Geliebten Komissar Adamsberg um Hilfe. Er schafft es in seiner unnachahmlich intuitiven Art, den Mörder zu überführen. Mehr soll nicht verraten werden.
Noch ein Wort zum Skurrilen: Soliman, der ein Wörterbuch auswendig gelernt hat, Camille, die sich beim ‘Lesen’ von Werkzeugkatalogen entspannt, ‘der Wächter’, der während seiner Reise telefonisch mit seinen Schafen spricht und der seinen Hund Interlock genannt hat … Wer findet, dass diese schrägen Typen übertrieben gezeichnet sind, dem sei gesagt, es gibt sie, genau die. Ich habe sie selbst während einer Frankreichreise gefunden.
Gute Rezensionen und noch ein wenig mehr in Liisas Litblog.