Immer abwechselnd

26. Juni 2008

Sonne, Regen, Sonne – an meinem Abschiedsnachmittag strahlender Sonnenschein – wie bestellt, so dass wir draußen feiern konnten. (Doch dazu später, vielleicht.) Gestern Regen und Tränen, auch sehr passend. Doch dazu auch später.

Ebenfalls immer abwechselnd: schlechtes Fußballspiel – gutes Fußballspiel – schlechtes Fußballspiel. Wenn das so weitergeht, dann ist im Finale wieder das Gute dran. – Einige deutsche Spieler haben drei wunderbare Tore erzielt. Meine Freude darüber war allerdings gedämpft, denn das Spiel ‘dazwischen’ war enttäuschend schlecht.

Kompliment an die Türken: sie haben gekämpft und verhältnismäßig gut gespielt. Wenn sie gewonnen hätten, könnte ich nur sagen: Sie haben’s verdient.


Fußball-Kommentatoren

23. Juni 2008

Nomen est Omen? Doch wirklich, manchmal. Sprüche kloppen!! Wenn’s nur nicht so hektisch und nervös zuginge und wenn er beim Sprechen nicht die Hälfte der Silben verschlucken würde. Dass ihm mehrfach das Wort „Sch…“ entfleuchte ist uncool und ebenso vorbildhaft wie das Spucken der Fußballer ;-) – Sein Kollege B.R. ist auch nicht viel besser, „was der redet“. Da sollte man den Ton abdrehen.

Leider müssen wir das ausgerechnet am Mittwoch ertragen, wenn Deutschland spielt. Der Kommentator des 1. Programms fällt nicht weiter auf, weder positiv noch negativ, aber dann! Netzers Analysen! Meine Männer gucken immer leicht amüsiert bis schwer genervt wenn ich das Äußere von Fernsehgrößen beurteile. Das scheint noch mehr ‘typisch weiblich’ zu sein als Handtaschen, telefonieren oder Schuhe sammeln.

„Was hat der Netzer nur für eine schreckliche Frisur?! Wie staubtrocken redet der denn daher?!“ Es hat Jahre gebraucht bis ich meine Meinung geändert habe. Nun würde ich am liebsten nur noch IHN hören (man kann ja die Augen zumachen – wenn ich mir auch mal einen Macho-Spruch erlauben darf ;-). Doch Spaß beiseite: seine Analysen scheinen glasklar, er spricht besonnen und überlegt – wenn auch stark unterkühlt – aber sein fußballerischer Sachverstand ist – imho -überzeugend.


Streit um rote Bäckchen

23. Juni 2008

Nicht gerade Streit, aber große Diskussionen um die Frage, woher die roten Bäckchen des Schiedsrichters rühren, der viermal !!! ein Foul der Italiener gegen Spanien übersieht (eines davon sogar eine Tätlichkeit und eins gleich vor seinen Augen). War es die ‘ehrenwerte Gesellschaft’, die ihm vor dem Spiel die ‘*** poliert’ hat oder hat er einfach nur zu tief ins Glas geguckt, in eins, in dem Hochprozentiges war?

Was die Sache noch peinlicher machte … es war ein deutscher Schiedrichter und dann auch noch ausgerechnet gegen Spanien, das Land aus dem mein zukünftiger Schwiegersohn kommt. Meine Bewunderung gilt der jungen spanischen Mannschaft, die ‘cool’ geblieben ist und sich nicht so aufgeregt hat wie wir zu Hause. Sie haben sich nicht provozieren lassen und immer weiter gekämpft, auch wenn sie vor dem Tor immer so wirkten, als ob sie nicht wüssten, wie man den Ball rein kriegt. Aber immer noch besser als der totale Defensiv-Fußball der Italiener. Nach meine unmaßgeblichen Laien-Meinung machen die mit dieser Art zu spielen den Fußball kaputt. Wie schön, dass sie ausgeschieden sind!

Nicht nur, dass die deutsche Mannschaft jetzt große Chancen auf den Europameister-Titel hat, sondern man kann auch auf spannende kämpferische Spiele hoffen und nicht nur auf solche, wo man wünscht, sich lediglich die letzten zehn Minuten angeguckt zu haben.

Einen großen Wunsch habe ich noch: dass das Spiel ‘Türkei-Deutschland’ rundherum ein friedliches bleibt, dort im Stadion und hier in unserem Land. Wer die meisten Tore hat, gewinnt, und das muss akzeptiert werden. Vielleicht könnte man zusammen feiern anstatt Randale zu machen?? Das wäre zu schön.


Fliehe weit und schnell – Krimi von Fred Vargas

22. Juni 2008

Eine Horrorvorstellung, auch in unseren modernen Zeiten: die Pest kehrt zurück, diese apokalyptische Bedrohung aus dem Mittelalter. Doch bevor in Paris die erste Leiche mit schwarzen Flecken gefunden wird, in ihrer Nähe ein Briefumschlag, in dem Rattenflöhe waren, nimmt der Kriminalroman ganz gemächlich seinen Anfang.

Es mag sein, dass dies nicht jedermanns Sache ist, aber mir hat der Schreibstil von Fred Vargas gleich so gut gefallen, dass ich mir gerne die Geschichte des bretonischen Seemanns Joss habe erzählen lassen, der in Paris ein neues Auskommen in einem eigentlich ausgestorbenen Beruf findet, als Ausrufer. Es ist sicher die Zeichnung der skurrilen Charaktere und die Gestaltung der Dialoge, die den Reiz des Buches ausmachen. Spannung kommt auf, als Joss täglich altertümliche, bedrohlich klingende Texte zum Ausrufen vorfindet.

Um den ersten Handlungsstrang windet sich ein zweiter, in dem wir Komissar Adamsberg und seinen Inspektor Danglard kennenlernen, spontan-intuitiv der eine, logisch-analytisch der andere. Die Spannung steigt, als der Polizei geheimnisvolle Zeichen an den Türen einiger Häuser gemeldet werden. Und bald taucht die erste Leiche auf, der weitere folgen. Obwohl die Polizei den Tod durch Strangulation feststellt, bricht in der Stadt eine Panik aus.

Am Ende wird der Mörder, der auch in anderen Städten Frankreichs seine todbringenden Umschläge verteilt, in Paris gestellt. Der Schluss ist nicht nur überraschend, sondern in meinen Augen auch leider unglaubwürdig. Warum, verrate ich hier nicht, denn vielleicht möchte jemand den Roman trotzdem lesen. Ich jedenfalls werde mir noch einen anderen Roman von Vargas vornehmen bevor ich ein endgültiges Urteil fälle.

Fred Vargas ist der Künstlername von Frédérique Audoin-Rouzeau (Wikipedia). Der deutsche Aufbau-Verlag hat eine interessante Serie von Podcasts herausgebracht, in denen man mehr über die Schriftstellerin erfährt.


Fußball – was denn sonst?

21. Juni 2008

Wer hatte es nicht gehofft! Aber kaum einer wagte es zu sagen, dass Deutschland eigentlich spielen kann (man erinnere sich an die Weltmeisterschaft) und dass die Mannschaft gegen Portugal doch mal richtig aufdrehen könnte. Und genau das haben sie getan. Selbst wenn sie verloren hätten, wäre es ein schönes Spiel gewesen.

Gestern Abend dagegen, Türkei – Kroatien – öde und langweilig. Wenn man nur die letzten 10 Minuten geguckt hätte, wäre es genug gewesen. Erstaunlich nur, wie die Türken in buchstäblich allerletzter Minute das Spiel noch einmal herumgerissen haben. Tja, Kroatien hätte eben mehr ‘auf Tore’ spielen müssen anstatt Tore zu verhindern.

Nun spielen wir also gegen die Türkei und ich bin mal gespannt auf die letzten drei Schultage. Schon vorige Woche spazierten lauter kleine grölende Machos über den Schulhof, breitbeinig und stolz, mit roten Fahnen als Umhang, geschmückt mit dem Halbmond. Schwarz-rot-gold zog ein paar Tage später nach. Ich würde ihnen gerne ihren Spaß gönnen, wenn nur alles friedlich und fair bleibt, auf dem Fußballfeld und außerhalb.

P.S. Beim Tippen: Platz 2, mit wenig Sachverstand aber viel Intuition ;-)