Müde bin ich geh zur Ruh

Es ist noch ein wenig früh, aber: „rien ne va plus“. Krankheiten und Probleme im Freundes- und Verwandtenkreis in Verbindung mit viel Gartenarbeit an frischer Luft machen müde und erschöpfen. Vielleicht noch ein Buch, aber doch nicht so was:

„Die dunkle Silhouette des Besucherzentrums trieb auf dem unsteten Boden wie ein Schiff.“ – Ich sehe schon die Schlangenlinien im Klassenarbeitsheft …

„Traumverloren summte sie in der kalten Februarluft vor sich hin und wünschte, sie hätte noch einen tiefsinnigen Gedanken.“ – Spricht jetzt die Autorin selbst? Man kann ja nicht alles den Übersetzern anlasten.

„Er hatte ja sowieso schon bedauert, daß er sich absentiert hatte.“ – Was zu viel ist, ist zu viel.

Ich absentiere mich jetzt auch und suche mir aus meinem Vorratsbücherstapel was Schönes, Spannendes, etwas was mich nicht zu gähnender Langeweile treibt und die Söhne – ich zitierte obige Sätze – zu wieherndem Gelächter. „Mama, willst du nicht mal selber schreiben?“ Ja bin ich denn Ma.rt.ha Gr.im.es?! Ich treibe kein ‘gew.gtes Spi.l’.

10 Antworten zu „Müde bin ich geh zur Ruh“

  1. polyesther sagt:

    absentieren…huhu…könnte auch ein ostbelgisches tier sein :o))…

  2. piri sagt:

    Bei absentieren (ab|sen|tie|ren, sich : sich [heimlich] entfernen) war meine erste Eingebung Absinth und den hat man auch heimlich getrunken!

    Liebe Grüße, piri

  3. april sagt:

    Lol, Piri. Er hatte sich bestimmt absentiert um zu absinthieren.

    Ja, polyesther? Sagen das bei euch welche??

  4. polyesther sagt:

    na sagen wir mal so: wenn es hier jemand sagen würde , würden alle es verstehen. wir deutschen ja lustig und unbekümmert französische wörter und ausdrücke ein. so haben wir zum beispiel „fourchestunden“ in der schule und machen ab und zu einen stage…hat den vorteil dass uns französischsprachige kollegen auch verstehen ;o)..

    lieben gruß aus ostbelgistan
    ich werde mich übrigens auch bald hier absentieren…und voyagier nach bayern ;o)

  5. april sagt:

    Wunderbar, chère polyesther, wir wollen da auch hin, wenn die Nordrhein-Westfalen wieder da sind, montagnieren, promenieren (ooops, das gibt’s ja wirklich), escaladieren … und bavarisieren ;-)

  6. ina sagt:

    nun ja … im heutigen sprachgebrauch heißt es „sich mal unauffällig subtrahieren“ – ich finde beide versionen gut ;-)

  7. april sagt:

    *lol*, nachdem man sich oft den ganzen Tag dividieren muss, kann man sich zum Schluss tatsächlich subtrahieren. Ob das immer so unauffällig abgeht … ich weiß nicht.

  8. sachensucherin sagt:

    das habe ich jetzt sehr goutiert…

  9. april sagt:

    Ja, Sachensucherin, die Kommentare sind oft besser als der eigentliche Text.

  10. sachensucherin sagt:

    na, so würd ich es nicht stehen lassen. ich mag beides. text und kommentare!
    gruss, tine

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