Über die Alten gelesen

„Und ich“, sagte eine Freundin, „ich will eine lustige Alte sein, schrullig und liebenswert, lieber eine unwürdige Greisin, ja lieber sogar lächerlich, als depressiv, eisern, erstarrt und humorlos.“ Dies ist ein Zitat aus Ursula Richters „Ab sechzig lebe ich anders, als ihr denkt.“ (Wie wir Frauen ein neues Lebensjahrzehnt entdecken – Pendo, 2008).

Da kann ich nun überhaupt nicht zustimmen, denn ich will weder das eine noch das andere sein. Zwischen diesen beiden Extremen muss es eine gesunde Mitte geben.

Es fällt mir ganz schwer, über dieses Buch zu schreiben, einfach, weil mir kaum etwas dazu einfällt. Ich habe es mit Vergnügen gelesen, die Gedanken und viele Lebenssplitter dieser immer noch sehr attraktiven Frau, aber mich persönlich bringt es nicht weiter. Es ist, als ob dieses Buch gar nichts mit mir zu tun hätte.

U. Richter macht sich viele Gedanken um Selbst- und Fremdbestimmung und verdeutlicht, dass diese jetzt 60 Jahre alt werdende sog. 68-Generation immer noch Vorreiter ist, weil sie sich nicht sagen lassen wollen, wie man im Alter zu sein hat.

Und das ist wohl der Punkt, warum ich dieses Buch kein zweites Mal lesen kann, warum es mir nichts gibt. Für mich ist es selbstverständlich, dass ich so lebe, wie ich will, dass ich mich so kleide, wie ich will, etc. Mag sein, dass ‘wir’ Vorreiter sind, mag sein, dass ich in 15 – 20 Jahren anders rede und schreibe (WENN ich dann noch rede und schreibe …), aber nicht jetzt. Für mich ist es gut so, wie es ist.

Eine Antwort zu „Über die Alten gelesen“

  1. Wildgans sagt:

    genau!
    grad deshalb hab ich mir gesagt, mit dem lesen solcher alters-empfehlungs-lebens-literatur aufzuhören.
    einsteigen ins pralle leben und nicht meinen, in einem bestimmten alter
    aussteigen und sich einigeln zu müssen….
    bei euch hört sich das gut an- feng-shui-art
    wink

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