Venezianische Überraschung

25. September 2008

Gleich um die Ecke beginnen die Arkadengänge (Link zu meinem anderen Blog). Leute standen vor einem kleinen, unscheinbaren Fenster in der Wand. Ich wollte natürlich auch wissen, was es da Interessantes zu sehen gäbe: das einzige Stückchen des Kanals ‘delle Moline’, der noch oberirdisch in der Stadt zu sehen ist, herrlich morbide und idyllisch. Auf der gegenüberliegenden Seite steht man wie auf einer Brücke und schaut in den Kanal. – weitere Fotos auf Ipernity -


Ballast abwerfen

24. September 2008

Immer weiter … es ist noch nicht zu Ende. Was man in 20 – 30 Jahren angehäuft hat an Büchern, Porzellan, Bekannten, Zeitungsauschnitten, Ansichten und Einstellungen etc. kann man nicht so schnell entsorgen. Morgen geht wieder ein Auto voll zu Oxfam. Wenn ich das Gefühl habe, es diene einem guten Zweck, kann ich mich leichter von Büchern und anderen Dingen trennen. Mr. A. hat mir versprochen, erst DANACH zur Müllkippe zu fahren. (Oxfam nimmt nicht alles.) Es macht müde, sich von Kram und Beziehungen zu trennen und das geht weiter mit Links, Blogs und realen Menschen … Ich will alles reduzieren und dem was übrig bleibt, erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Lieber ein paar Sachen richtig und intensiv machen.


Im Paradies

23. September 2008

Ein Blick aus dem Paradies in die Vorhölle ;-)) Aber wir fühlten uns tatsächlich ein bisschen wie im Paradies:

Mit dem ‘Aerobus’ ist man in ca. 20 – 30 Minuten am Hauptbahnhof. Dank einer Karte aus dem Internet und mit Aufmerksamkeit fand ich die richtige Haltestelle (auch ohne Hilfe des ‘freundlichen’ Busfahrers). Ich wäre auch sauer, wenn ich mich durch diesen Verkehr quälen müsste. Nur ein paar Schritte und wir waren am ‘Hotel Paradise’ (3 Sterne), das man wirklich empfehlen kann: freundlicher Empfang, man spricht ein wenig Deutsch, man freut sich, dass ich ein wenig Italienisch radebrechen kann, es ist sauber, es gibt absolut nichts auszusetzen. Es liegt zentral und doch ruhig.

Der Blick aus dem Fenster zeigt das typische Bologna, über das ich noch näher berichten werde. Alle Geschäfte, Restaurants und Bars, die geschlossen haben, ziehen solche Gitter herunter. Sie sind alle beschmiert, ebenso wie die unsäglichen stinkenden Müllcontainer, die überall stehen. Wir haben also nicht in einem asozialen Viertel gewohnt, auch wenn es für unsere Augen so aussah, sondern in der historischen Altstadt, gar nicht weit von ‘den zwei Türmen’ entfernt.

Die Via dell’Independenza ist kilometerlang von Arkaden gesäumt, Geschäft an Geschäft, an denen die Menschen vorbei eilen. Die Rückseite sieht aus wie oben. Zusätzlich zum Müllaufbewahrungsproblem gibt es anscheinend auch Installationsprobleme. Die Kästen der Klimaanlagen verschandeln selbst historische Gebäude. Nirgendwo – auch nicht außerhalb – habe ich Solaranlagen auf den Dächern gesehen. Und das im Land des Sonnenscheins!

(Es geht weiter mit dem ersten Abendessen und einem geheimnisvollen Fensterchen.)


Zur Sicherheit beim Fliegen

22. September 2008

Zur Sicherheit gibt es in den Netzen des Rücksitzes eine Papiertüte, mit Plastik gefüttert. Es könnte ja mal Turbulenzen geben. Bei Flatulenzen nützt sie natürlich nichts.

Zur Sicherheit gibt es unter dem Sitz eine Schwimmweste. Ich überlege immer noch, wie ich damit über die Alpen komme. Ob da nicht ein kleiner Fallschirm besser wäre?

Zur Sicherheit darf vieles nicht ins Handgepäck. Also habe ich meine Metallnagelfeile zu Hause gelassen.

Zur Sicherheit wird stichprobenartig untersucht. „Darf ich mal in Ihre Handtasche gucken?“ fragt die nette Dame. „Aber natürlich.“ Dafür habe ich Verständnis, Sicherheit ist wichtig. „Komisch“, sag ich zu Mr. April, „ins Innenfach hat sie nicht geguckt. Ich hätte eine Waffe mit ins Flugzeug nehmen können.“

Hatte ich auch, unwissentlich. Als ich in Bologna einen Teil meines Krams in die Fototasche packte, hielt ich den Hausschlüssel in der Hand, mit einem Anhänger: einem kleinen Taschenmesser mit einer vier Zentimeter langen Klinge. So viel zur Sicherheit.


Über den Wolken

20. September 2008

Über den Wolken scheint immer die Sonne und – einmal oben – legt sich das flaue Gefühl im Magen und ich vergesse den Wunsch, lieber wieder auszusteigen und doch nicht zu fliegen. Wir machen das so selten und Fernflüge schon gar nicht. Aber der Moment des Startens ist auch beim kürzesten Flug beängstigend und faszinierend zugleich. Wenn das Flugzeug langsam und gemächlich zur Startbahn rollt und dann wartend stehen bleibt. Aber auf einmal geht’s los und man spürt die Power, den Schub, der das Flugzeug nach oben bringt.

Der Blick auf die Wolken langweilt mich nie – im Gegensatz zu manchen anderen Leuten – und ich staune, wie viele Arten es gibt: weite „Schneeflächen“, in die irgendjemand eine „Schlittenspur“ gezogen hat oder dicke weiße Wattebäusche, zwischen denen man hindurch lugen kann. Für mich ist es ein Wunder, die Welt so von oben zu sehen.

Als das Flugzeug sanft auf italienischem Boden gelandet ist, kann man wieder das gleiche Spiel beobachten wie zu Beginn. Da haben die meisten Mitpassagiere Angst, das Flugzeug flöge ohne sie weg, oder sie bekämen keinen Platz mehr (obwohl doch alles zugeteilt ist). Und dann stehen sie sich die Beine in den Bauch. – Nach der Landung gilt anscheinend die Devise „Schnell raus, sonst wirst du festgehalten.“ Und das wurden sie dann auch fast, denn sie standen im Bus und warteten auf die Passagiere, die die Ruhe weg hatten und zuletzt kamen. „Die ersten werden die letzten sein …“, das galt fürs Aussteigen. Und dann ab mit dem Aerobus zur Via dell’Independenza und zum Hotel. (Fortsetzung folgt)