Im Nachhinein – beim Sortieren der Fotos und sonstiger Materialien – gewinnt man erstaunliche Erkenntnisse. Wie ich mich in diese Sache verbeißen kann! Das vielsagende Gesicht meiner Schwiegermutter bei verschiedensten Gelegenheiten. – Sohn 1 hat viel mehr gemalt und gekritzelt als der zweite. Und während ich mich von Fotos, die nicht optimal geworden sind, leichten Herzens trennen kann, geht das mit den Bildern und Zeichnungen der Kinder gar nicht. Sie sind mir ungeheuer wertvoll: der erste Kopffüßler, die Interessen und Erlebnisse, die sich dort wiederspiegeln. Einfach umwerfend. Ich kann gar nicht mehr aufhören, das alles einzuscannen.
Eine Silvestergeschichte
30. Dezember 2008Es gibt da so einige und nicht alle sind schön. Aber an Hinterstoder erinnere ich mich gerne. Witzig war, als wir unser Auto wieder ‘ausgraben’ mussten und uns fragten, ob es auch das richtige sei und ob sich nicht hinterher jemand Fremdes freuen würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Das kleine Silvesterabenteuer fiel mir aber ein, als ich dieses Foto sah:

Das gemütliche Dörfchen Hinterstoder lag unten und unser Hotel oben, nur über eine kleine Mautstraße erreichbar, mitten im Skigebiet. Wenn die anderen mit dem Sessellift hoch kamen, waren wir schon da oder schon wieder weg, noch weiter hoch.
Silvester machten wir Pause vom Skifahren, um für den langen Abend fit zu sein. Zusammen mit Frau R. und ihrer kleinen Tochter fuhren wir mit dem Sessellift hinunter ins Dorf und genossen in einem Café die köstlichen östereichischen Backwaren. Als es Zeit wurde, aufzubrechen – schließlich mussten wir uns noch ’schön machen’ – stürmte es draußen sehr heftig. Der Liftbetrieb war eingestellt worden, „zu gefährlich, meine Herrschaften „. „Und jetzt, wie sollen wir wieder nach oben kommen?“ Achselzucken …
Da standen wir nun am späten Silvesternachmittag, ein wenig ratlos. In Hinterstoder bleiben, uns dort ein Zimmer suchen? Kam ja gar nicht in Frage; wir wollten uns doch nicht das köstliche Silvestermenü entgehen lasssen. „Wir gehen zu Fuß hoch“, beschlossen wir und auch Frau R. und ihr Kind wollten es wagen. Es war eine lange, lange, kalte Wanderung, immer bergauf, durch den dunklen Wald. Oft wechselten wir bange Blicke, wenn die Bäume sich gar zu sehr bogen und der Wind ein wenig zu laut heulte. Wir erzählten uns Geschichten, lenkten das kleine Mädchen ab, das wahrscheinlich weniger Angst hatte als wir und mussten uns auch noch beeilen.
Als wir endlich heil oben angekommen waren, blieb nur noch Zeit, schnell in die Festtagskleidung zu springen, denn das Essen hatte schon begonnen. Mit leuchtenden Augen und roten Wangen, in der Sicherheit der warmen Stube, fanden wir im Nachhinein, dass es ein wunderschönes Silvester-Abenteuer gewesen war.
Habt ihr auch eine Silvestergeschichte?
Hat jetzt die liebe Seele Ruh?
30. Dezember 2008Dieses Projekt „Familienchronik“, das mir zuerst wie ein unüberwindlicher Berg vorkam, kann ich jetzt besser überblicken. Die schon eingescannten Fotos sind geordnet, die noch nicht digitalisierten zusammengestellt. Jetzt müssen sie nur noch verpackt und zur Post gebracht werden. Und dann heißt es warten … Aber nicht, dass ich in der Zwischenzeit nicht weitermachen könnte. Jetzt kommen erst die Sachen, die Spaß machen. Ich wundere mich, wieviel ich zu den einzelnen Reisen und zu der Entwicklung der Kinder geschrieben habe. Das werde ich nun mal alles eintippen. Ich freu mich drauf. Irgendwann werde ich dann die Lücken ausfüllen, d.h. so weit ich mich noch erinnern kann.
Val McDermid, Ein kalter Strom
28. Dezember 2008Vorschusslorbeeren oder: ‘der Serienbonus’. Den hat sie zweifellos in diesem 3. Band der Carol Jordan/Tony Hill-Serie, denn vielleicht hätte ich ein Buch bei einem solch schleppenden Beginn wieder aus der Hand gelegt. Doch es hat sich gelohnt, weiterzulesen.
Erneut haben es der Profiler Tony Hill und die Polizistin Carol Jordan mit einem Serienmörder zu tun. Parallel dazu verläuft eine Undercover-Agententätigkeit von Jordan, durch die sie beide in Lebensgefahr geraten. Die vielen Handlungsfäden verknüpfen und verdichten sich immer mehr und die Spannung steigt ins fast Unerträgliche.
Deshalb sollte man den Roman nur beginnen, wenn man genug Zeit zum Lesen hat, am besten an einem verregneten Wochenende. Eine zweite Warnung muss ich auch für diesen Band aussprechen: Er ist nichts für Zartbesaitete: wegen der Schilderung der Morde, wegen der Gewalt, die den Hauptpersonen angetan wird und nicht zuletzt wegen des Hintergrundes, den medizinischen Versuchen der N.a. z. is an Kindern.
Spätes Geständnis
28. Dezember 2008Er rasiert sich, ich ziehe mich an und wir unterhalten uns dabei. Unsere Blicke treffen sich im Spiegel und ich weiß sein Lächeln diesmal nicht zu deuten. Und dann sagt er es mir, nach all den Jahren: „Weißt du, als du deine Vollkornphase hattest, haben wir im Keller im Vorratsraum immer heimlich Süßigkeiten gegessen.“
Verfasst von april
Verfasst von april
Verfasst von april 
