In der Schraubzwinge

31. Januar 2009

So fühlt es sich mit meinem Kopf an, ein wenig gedämpft durch Aspirin. Schlafen will ich, aber dann atmet man anscheinend anders, der Hals wird trocken, es kratzt, ich muss husten und befürchten, dass der Kopf explodiert. So hat es Mr Aprils Virus am Ende doch noch geschafft, mich anzuspringen. Nur meinem Pferdemagen geht es gut; ich kann essen, zwar nichts Fettes, aber sogar eine Tasse Kaffee trinken. Kleines Glück. Eine Blogrunde mit Kommentieren mache ich, wenn es wieder besser geht. Auch Mails müssen warten. See you later.


Lebenskunst

30. Januar 2009

„Ich nehme kleine Dinge so wichtig wie möglich und große Dinge so unwichtig wie nötig“.  Dieser wunderbare Spruch wird bei Frau Landgeflüster näher erläutert.


Gerätemanager gesucht

29. Januar 2009

Lange Jahre habe ich einen netten, jungen, gut aussehenden Sekretär für meinen immer mehr zunehmenden Bürokram gesucht. Jetzt brauche ich keinen mehr, das bisschen schaffe ich gut alleine. Nun aber suche ich einen netten, jungen, gut aussehenden Geräte-Manager. Ich würde sogar Abstriche machen: er darf alt, klein, dick und hässlich sein, Hauptsache er nimmt mir diese Arbeit ab, die mich so nervös und ungeduldig macht.

Mr. April hat von solchen Sachen keine Ahnung, die Söhne kann ich vor den Examina nicht allzu lange behelligen, also muss ich mich selbst um den Photoframe kümmern, die blöde T-Net-Box, eine eventuell schnellere Internetverbindung, die Unwucht in der Waschmaschine, usw.


Zwitscher, zwitscher

27. Januar 2009

Die ein oder andere Meise zwitschert schon, manche Menschen ‘zwitschern’ den ganzen Tag. Was ist Twitter? Wer es gerne bildhaft einsichtig erklärt haben möchte, kann es bei YouTube in breitestem Amerikanisch hören und sehen (sprachlich leicht).

Wenn ich twittern würde, würde man merken, dass ich gar nicht den ganzen Tag am Computer sitze, sondern nur mal zwischendurch: …

- auf zum Augenarzt. Zu Fuß ist besser als Eis kratzen.
- Im Altenheim ist schon für Karneval dekoriert.
- Der blöde Riesen-Nikolaus hängt immer noch im Baum.
- H. ist der langweiligste und hässlichste Stadtteil von K.
- Augeninnendruckwert normal
- unterwegs Brötchen gekauft, mit Mr. April gefrühstückt
- Mini-Blogrunde gemacht
- wieder zu Fuß zum Augenarzt – langweilig, aber Bewegung und frische Luft
- Wert leicht erhöht
- Gesichtsfeldmessung: auf Lichtpunkte reagieren, voll die Konzentration nötig, eh
- wieder zu Hause, jetzt was Leckeres
- bei Petra und Ecki wird auch übers Twittern gebloggt … usw.

Also mal ehrlich: ich glaube kaum, dass das einen interessiert, ich glaube auch nicht, dass es gut ist, nur noch im Internet unterwegs zu sein und ich glaube schon gar nicht, dass jeder alles aus meinem Alltag wissen muss. Also nicht. Ich will nicht zwitschern.

P.S. Twitter sammelt personenbezogene Daten seiner Benutzer und teilt sie Dritten mit, sagt Wiki. Ne danke.


Bild dir selbst ein Urteil

27. Januar 2009

Vor Jahren schenkte mir meine liebe Nachbarin den Roman „Traumfänger“ von Marlo Morgan. Er hat mir so gut gefallen, dass ich ihn behalten habe (was bei mir eher selten vorkommt). Jezt habe ich das Buch nochmal gelesen und finde es immer noch gut, besonders die weisen Gedanken, die es enthält. Bei amazon ist es sehr unterschiedlich beurteilt. Darauf komme ich am Ende noch mal zurück.

Eine amerikanische Ärztin arbeitet in Australien mit entwurzelten jungen australischen Ureinwohnern (zur korrekten Benennung s. hier). Sie soll dafür von Aboriginals eine Ehrung erhalten, zieht ihr bestes Seidenkleid und ihren Goldschmuck an und wird mit einem Auto abgeholt. Doch alles kommt ganz anders.

Sie erreichen ihr Ziel verschwitzt und voller Staub und Sand. Die dunkelhäutigen Stammesmitglieder reichen ihr einen formlosen Kittel, übergeben ihre Besitztümer dem Feuer und fordern sie auf, sie auf einen ‘Walkabout’ zu begleiten. Es ist nicht ganz einleuchtend, warum sie tatsächlich mitgeht …  aber sie übersteht den ersten harten Tag und auch die weiteren. Sie hat viele körperliche und seelische Prüfungen zu bestehen, schläft auf der Erde und isst Spinnen, Beeren, Maden und was es sonst noch Essbares unterwegs gibt. Nach und nach erschließt sich ihr die faszinierende Kultur der Aboriginals, die ein ganz anderes Verhältnis zur Natur und zum Leben überhaupt haben. Am Ende kehrt sie wieder in die sogenannte Zivilisation zurück.

Einige Kritiker werfen dem Buch vor, es sei in zu einfacher Sprache geschrieben (finde ich nicht), andere bemängeln, dass Morgan alles erfunden habe, aber den Eindruck erwecke, es sei ein Tatsachenbericht. Es soll sogar Aboriginals geben, die dieses Buch verurteilen und dagegen vorgehen, weil es sie in schlechtem Licht darstelle.

DAS kann ich nun überhaupt nicht nachvollziehen und ich nehme das Buch so, wie es für mich erscheint, egal ob erfunden oder nicht. Das interessiert mich nicht, wohl aber die klugen Gedanken, die Marlo Morgan den Aboriginals in den Mund und in die Gedanken legt und die es wert sind, dass man weiter über sie nachdenkt. Sein Urteil darüber und über das Buch muss sich jeder selbst bilden.