Die Tassenaktion hat so originelle und phantasievolle Beiträge hervorgebracht und sie hat mir so gut gefallen, dass ich nun bei der Aktion „Farbe bekennen“ von Frau Himbeermarmelade auch versuchen werde, mitzumachen. Außerdem habe ich dadurch ein paar vielversprechende Blogs gefunden. Morgen geht’s los …
Vom Schloss zum Rathaus
30. April 2009Also kein Schloss und keine Wasserkunst, sondern hinunter zum weithin leuchtenden Rathaus, dem Schmuckstück von Gotha. Links ein grün verhüllte Haus, weder von Christo noch in der Renovierung; die Netze sollen wohl Passanten vor herabfallenden Fassadenteilen schützen. Es geht vorbei an unbeschreiblich schönen alten Häusern mit Stuck- und Schmuckdetails, an denen man sich kaum satt sehen kann. Was für eine Arbeit ist in den ca. 20 Jahren seit der Wiedervereinigung geleistet worden! Was muss das gekostet haben! Aber ich bin froh, dass es in Deutschland noch Städte gibt, die im Krieg nicht so zerstört worden sind wie die im Westen und dass man sie wieder in ihrer alten Schönheit auferstehen lässt..
Man muss allerdings auch eingestehen und wissen, dass im Osten unseres Landes der Sozialismus das erreicht hätte, was im Westen die Bomben niedergemacht haben. Die schönsten alten Häuser wurden dem Verfall preisgegeben und wenn sie zu baufällig waren, wurden sie abgerissen und statt dessen Plattenbauten errichtet. In Gotha ist nur ein innerer Kern ‘Altstadt’ und schon in Sichtweite – wenn man einen Blick in die Seitengassen wirft – bleibt das Auge an ‘der Platte hängen’. Dazu demnächst mehr. Auch im Cologneblog gibt es Fotos von Gotha.
Wieso Thüringen? Wieso Gotha?
29. April 2009Wenn man ein Reisetagebuch schreibt oder sonstwie von einer Reise erzählt, taucht die Frage auf: Warum dieses Ziel? Warum Thüringen?
Erstens meine ich, man sollte ein wenig von seinem eigenen Land kennen und dazu gehören natürlich die Bundesländer, die man so lange nicht bereisen durfte. Außerdem wollte ich mal gucken, was sie mit „meinem Soli“ gemacht haben ;-)) Und drittens kann man sowieso nirgendwohin, wo nicht Goethe vor einem war. Also warum nicht gleich nach Thüringen?
Und wieso Gotha? Die Lokalzeitung gab die Anregung mit einem Artikel, den ich zwar im Nachhinein als nichtssagend und wenig zutreffend empfinde, der uns aber dorthin lockte. Doch immerhin ist das Städtchen eine gute Basisstation für die umliegenden Ziele: Eisenach und die Wartburg, Weimar und Ilmenau … Und genau dort waren wir überall nicht; das haben wir die Bustouristen und Reiseführer-Leser machen lassen. Es gibt auch andere Ziele … Doch schauen wir uns mal zuerst die Residenzstadt Gotha selbst an.
In Thüringen war früher die Kleinstaaterei besonders ausgeprägt und jeder Fürst musste natürlich ein Prunkschloss, eine Residenz, sein Eigen nennen, so auch hier. Ein dreiflügeliger Frühbarockbau mit „1000″ Fenstern liegt auf einem Hügel über dem Städtchen, umgeben von einem englischen Landschaftspark. Ich habe keinen Hauch von Barock entdecken können und bedaure den Freistaat Thüringen, der das nun alles unterhalten muss.
Die Prunkräume innen und die Gemäldesammlungen haben wir uns nicht angeguckt. Das tun wir bei schönem Wetter nie und darin sind wir uns zum Glück einig. Zwischen Schloss Friedenstein und dem Hauptmarkt befindet sich die „Wasserkunst“, eine vom Leinakanal gespeiste Anlage mit Springbrunnen und künstlichen Wasserfällen, leider Ende April noch ohne Wasser. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf die roten Dächer von Gotha. Im Cologneblog (Link s. rechts) gibt es noch ein Foto mit schöner Aussicht.
Wieder da
27. April 2009Oft hinkt die Seele hinterher und reist nicht so schnell wie der Körper die Orte wechselt. Ich beobachte jedoch ein anderes Phänomen: Wir waren nur vier Tage weg, aber es kommt mir vor wie 14 Tage. Ca. 500 Fotos wollen sortiert und geordnet und mindestens 1000 Eindrücke verarbeitet werden. Morgen werde ich wohl kaum dazu kommen, denn ich bin eingeladen und habe einiges zu tun. Jetzt bin ich nur noch müde, aber eine kleine Blogrunde dreh’ ich noch.
Ahrweiler (4)
23. April 2009Der Endpunkt unserer Wanderung ist erreicht; nach 21,5 Kilometern erreichen wir mein Lieblingsörtchen Ahrweiler. Allerdings haben wir uns wohl zu viel zugemutet, denn vor lauter Erschöpfung lassen wir uns schlaff in irgendeinem Sessel in einem Café nieder. Nichts geht mehr. Schade, denn von diesem alten Ort mit vollständig erhaltener Stadtmauer mit allen Toren, mit liebevoll restaurierten Häusern kann ich nie genug kriegen. Dann also bis zum nächsten Mal. Für diesmal war Schluss; es ging mit dem Zug zurück nach Altenahr, wo im Hotel noch das Gournetmenü auf uns wartete.
Im Internet ist im Moment nichts los und auch ich werde eine kleine Pause einlegen, um das herrliche Wetter zu genießen und die Tatsache zu feiern, dass der schlimmste Teil der Erkältung (oder Grippe) überwunden ist. Ich wünsche euch allen ein wundervolles Wochenende.
Verfasst von april 

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