Wenn man ein Reisetagebuch schreibt oder sonstwie von einer Reise erzählt, taucht die Frage auf: Warum dieses Ziel? Warum Thüringen?
Erstens meine ich, man sollte ein wenig von seinem eigenen Land kennen und dazu gehören natürlich die Bundesländer, die man so lange nicht bereisen durfte. Außerdem wollte ich mal gucken, was sie mit „meinem Soli“ gemacht haben ;-)) Und drittens kann man sowieso nirgendwohin, wo nicht Goethe vor einem war. Also warum nicht gleich nach Thüringen?
Und wieso Gotha? Die Lokalzeitung gab die Anregung mit einem Artikel, den ich zwar im Nachhinein als nichtssagend und wenig zutreffend empfinde, der uns aber dorthin lockte. Doch immerhin ist das Städtchen eine gute Basisstation für die umliegenden Ziele: Eisenach und die Wartburg, Weimar und Ilmenau … Und genau dort waren wir überall nicht; das haben wir die Bustouristen und Reiseführer-Leser machen lassen. Es gibt auch andere Ziele … Doch schauen wir uns mal zuerst die Residenzstadt Gotha selbst an.
In Thüringen war früher die Kleinstaaterei besonders ausgeprägt und jeder Fürst musste natürlich ein Prunkschloss, eine Residenz, sein Eigen nennen, so auch hier. Ein dreiflügeliger Frühbarockbau mit „1000″ Fenstern liegt auf einem Hügel über dem Städtchen, umgeben von einem englischen Landschaftspark. Ich habe keinen Hauch von Barock entdecken können und bedaure den Freistaat Thüringen, der das nun alles unterhalten muss.
Die Prunkräume innen und die Gemäldesammlungen haben wir uns nicht angeguckt. Das tun wir bei schönem Wetter nie und darin sind wir uns zum Glück einig. Zwischen Schloss Friedenstein und dem Hauptmarkt befindet sich die „Wasserkunst“, eine vom Leinakanal gespeiste Anlage mit Springbrunnen und künstlichen Wasserfällen, leider Ende April noch ohne Wasser. Von dort hat man eine wunderbare Aussicht auf die roten Dächer von Gotha. Im Cologneblog (Link s. rechts) gibt es noch ein Foto mit schöner Aussicht.

29. April 2009 um 13:29
Das ist ein wunderschoenes Foto.
Ich bin auch nicht so fuer das Innenleben solcher Schloesschen, da muss ich schon in Stimmung fuer sein.
29. April 2009 um 13:36
Liebe April!
Gotha,…und Ilmenau, ist nicht weit weg von mir!!!
Vielleicht verstehst Du jetzt, warum ich eigentlich „nicht“ hier weg möchte.
Aber vielleicht findet Jörg ja auch in der Nähe was.
(Ist aber nicht so geplant.)
Aber der „“Westen“ muss es nicht unbedingt sein.
Kannst mich ja mal besuchen,….grins…..
Liebe Grüße
Grey Owl
29. April 2009 um 13:40
@ Nicole: Leider ist es ein wenig unscharf; das muss an WordPress liegen. Es stimmt, die Aussicht von dort war sehr schön.
@ Grey Owl: Ach, und ich dachte, du wohntest im Süden, in der Nähe von Sonneberg.
29. April 2009 um 14:26
im Volkshaus zum Mohren in Gotha hat er übernachtet :-) Falls Du die Tafel gesucht hast.
29. April 2009 um 16:04
@ lamiacucina: ;-) Ich suche eher nach einem Ort, wo er NICHT war, der große Reisende.
29. April 2009 um 18:46
Ich könnte heulen. Ich habe 5 Jahre lang in Gotha gelebt, bis ich wegen des Jobs wegziehen musste. Das Foto hast du oberhalb der Straße aufgenommen, auf der ich jeden Tag zur Arbeit gefahren oder gelaufen bin. Ach Mensch, ich bin so ungern weggezogen, auch wenn es wahrhaftig schönere Städte in Thüringen gibt, aber ich war so gern dort und vermisse meine alte Heimat!
29. April 2009 um 18:55
@ Jana: Das hört sich nach Heimweh an … Schönere Städte? Welche meinst du? Wir haben nur einen kleinen Teil von Thüringen gesehen und werden sicher noch mal hinfahren. (Ich werde noch über Erfurt schreiben – zum Verlieben schön). Gotha hat auch das Potenzial, aber sie haben es wohl nicht richtig genutzt. Ich werde da noch offen drüber schreiben.
30. April 2009 um 09:52
Ja, Heimweh nach 4 Jahren! Je älter man wird, umso schwerer ist, in einer anderen Gegend heimisch zu werden. Und in Sachsen sind die Menschen ganz anders wie in Thüringen! Wusstest du, dass ich von Köln nach Gotha gezogen bin. Da du aus Köln kommst, kannst du dir das vorstellen? Sicherlich nicht, die meisten meiner Bekannten in Köln haben nur mit dem Kopf geschüttelt. Aber ich war in Gotha viel mehr zu Hause als in Köln oder heute in Leipzig. Ja es gibt schönere Städte in Thüringen: Weimar und Erfurt. Jena ist zwar auch nicht „schön“ aber ich habe dort studiert und m.E. die beste Studentenstadt die es gibt!
Ich bin schon auf deinen offenen Bericht gespannt!
30. April 2009 um 09:58
In Weimar, Eisenach und auf der Wartburg war ich auch schon mal, allerdings noch zu DDR-Zeiten. Würde ich gerne mal wieder hin. Wie überhaupt mal durch die ja nicht mehr wirklich neuen Bundesländer reisen.
Das einzige, das ich ganz gut kenne, ist Meck-Pomm.
1. Mai 2009 um 06:28
Ich liebe Thüringen! Dort spürt man doch noch ein wenig davon, dass wir mal das „Land der Dichter und Denker“ waren!
Danke, für diesen Beitrag!
1. Mai 2009 um 08:47
@ Jana: Das ist ja ‘ein Ding’, von Köln nach Gotha?!! Und dennoch: ich kann’s verstehen. Kurz nach der Wiedervereinigung waren wir drauf und dran, nach Potsdam zu ziehen (berufliche Gründe), aber dann ist doch nichts draus geworden, weil ich keine Stelle bekommen hätte. Es gibt schon wunderschöne Gegenden und Landschaften dort und wir möchten gerne noch mehr kennenlernen.
Von Erfurt bin ich mächtig !!! beeindruckt (kommt noch hier). Weimar haben wir uns nicht angesehen, aber das kommt noch.
Offener Bericht: leider habe ich einiges Kritische zu Gotha zu vermerken.
@ Frau Momo: Ich glaube, wenige kennen die neuen Bundesländer. Aber es ist mein Land und ich möchte gerne mehr davon kennenlernen und gucken, was sich getan hat.
@ Jed: Gerne, Jed. Es kommt noch mehr.