Auf dem Rotweinwanderweg (3)

22. April 2009

Natur am Rotweinwanderweg

Kleine sonnenliebende Drachen gibt’s an der Ahr und auch wenn die Weinberge noch kahl sind, so blühten doch schon zwei Bäume in einem kleinen Gärtchen am Sonnenhang.

Regierungsbunker Marienthal

Geheimnisvolles Ahrtal ;-) Dabei war der „Ausweichsitz der deutschen Verfassungsorgane“ gar nicht so geheim. Zumindest die damalige DDR wusste bestens Bescheid, hatten sie doch einen ihrer Spione als Handwerker dort untergebracht. So konnte er denn berichten, dass der arme Bundeskanzler in einem ganz spartanischen Bett hätte schlafen müssen und dass das Präsidialamt auf knatschroten Polstern hätte tagen müssen, alles ganz nett auf Wikipedia zu sehen und auch hier. Jedesmal, wenn wir in Marienthal vorbeikamen, haben wir uns angeguckt, wie weit sie mit dem Rückbau waren. Millionen hat es gekostet, das alles einzurichten; Millionen hat es gekostet, wieder alles rauszuholen. Jetzt sind sie fertig. Eine scheußlich grüne Mauer verschließt den Tunneleingang (obere Fotohälfte). Möge die Natur ihn alsbald gnädig verdecken. Gegenüber befindet sich ein Gebäude, das an einen Wachturm an der ehemaligen DDR-Grenze erinnert (untere Fotohälfte). Die offizielle Seite zum „Atombunker“ gibt es hier. Ein Blogger hat das Dokumentationszentrum besucht und viele Fotos gemacht. Ein gespenstische Millionensache das alles.

Wir steigen wieder hoch und folgen den Windungen des Rotweinwanderweges Richtung Ahrweiler. Und dann sehe ich „ES“ in der Ferne. Beim ersten Mal glaubte ich an eine Fata Morgana; schließlich war es ein glühendheißer Tag gewesen. Nun weiß ich, dass Gaudi unschuldig ist und ich weiß auch, dass ich Mr April  die Augen zuhalten muss, damit seine architektonische Schönheit liebende Seele keinen bleibenden Schaden davonträgt. Also schnell vorbei an Försters Weinterrassen.

Försters Weinterrassen

Und nun nähern wir uns dem Endpunkt unserer Wanderung …


Auf dem Rotweinwanderweg (2)

21. April 2009

RotweinwanderwegWenn nicht gerade Weingrölfest ist, ist Mayschoß ein netter kleiner Ort, überragt von Fräulein Sophies Burg. Auf der Terrasse der Winzergenossenschaft kann man einen köstlichen Traubensaft trinken oder Rotwein natürlich, wenn man den Tag schon beenden will. Ein Geheimtipp ist das Weinhaus Kläs, das Ambiente innen ein wenig hausbacken, außen ein kiesbestreuter, weinumrankter Hof, wo sich idyllisch sitzen lässt, mit Blick auf die Saffenburg. Das Essen ist eine Überraschung, kreativ zusammengestellt und zubereitet und sehr lecker.

Wir aber bleiben oben und wandern weiter nach Dernau. Die Wirtschaftswege sind nicht durchgehend, so dass auch schon mal ein schmaler Pfad um den steilen Schieferfels herum führt. Wie schon geschrieben, die ‘Reling’ brauchte ich nicht; ich konnte ohne Seekrankheit und Schwindel um den Fels herum kraxeln. Dernau

Wir nähern uns dem Winzerort Dernau. Hier ist das Tal der Ahr schon breit und der Ort zieht sich am Sonnenhang hoch. Das Ahrtal hat seine Geheimnisse, zumindest die Regierungen hatten sie hier. Davon gibt es immer noch Spuren, z.B. der Tunnel der Strategischen Bahn, der nun anscheinend anderweitig genutzt wird.

Erneut versuchen wir, im Hofgarten Meyer-Näkel einzukehren. Es ist immer voll, zu jeder Tageszeit, egal, an welchem Wochentag. Der kleine Innenhof ist heimelig, originell dekoriert – kein Tisch frei. Rechts herum gibt es noch den Anbau, wo es natürlich genügend Sitzplätze gibt. Wir setzen uns lieber links ins alte Häuschen. Es ist ein wenig kühl dort, kälter als draußen in der Sonne. Der Kaffee kommt lange vor köstlichen selbst gebackenen Birnenkuchen, wäre also schon kalt, als dieser endlich serviert wird. Er scheint geradewegs aus dem Kühlschrank zu kommen. Schade, das dämpft den Geschmack und auch meine Freude daran.

Dekoration im "Hofgarten"Bis hierhin waren es 11 km, etwas zu wenig. Außerdem ist der Tag noch lange nicht vorbei, also gehen wir weiter, Richtung Ahrweiler. In Marienthal geht es wieder ganz nach unten, anders kann man das Seitental nicht überwinden. Die Klosterruine steht noch, die staatliche Weinbaudomäne wurde aufgegeben. Doch es scheint sich ein neuer Nutzer gefunden zu haben. Das werden wir nächstes Mal statt Dernau ausprobieren. Es sieht dort sehr verlockend aus, s. auch das virtuelle Sich-Umgucken.

Wir machen einen kleinen Abstecher, um mal zu schauen, was aus dem Millionenprojekt geworden ist, das die Regierung – als sie noch in Bonn weilte – in den Tunnel Sand gesetzt hat. Und außerdem muss ich etwas später auf dem Weg Herrn April die Augen verbinden …


Auf dem Rotweinwanderweg (1)

19. April 2009

Auf geht’s, mit dem Bericht über den Ahraufenthalt, der nun auch schon wieder ganz lange her scheint und mit der Wanderung am Tag nach dem Gourmetmenü und vor dem Gourmetmenü ;-)

Rotweinwanderweg

Ein ganzer Tag liegt vor uns, sonnig und so warm, dass sogar ich ohne Anorak losziehe, nur mit einer leichten Jacke, die aber bald in den Rucksack gestopft wird. Es geht steil hoch und vor Burg Are gabelt sich der Weg. Wir halten uns links und sind schon bald weit oberhalb mit einem herrlichen Blick über das Ahrtal in beide Richtungen. „Der“ Rotweinwanderweg ist sehr unterschiedlich; zum größten Teil sind es Weinberg-Wirtschaftswege, nicht immer asphaltiert,  und man sieht bei diesem schönen Wetter viele Winzer bei der Arbeit.

Arbeit im Weinberg

Streckenweise verläuft der Weg durch Wald und es gibt einige sehr felsige, schmale Abschnitte, wo man über Schieferplatten kraxelt. Mit Erstaunen stelle ich fest – sowohl an diesen Stellen als auch beim Aufstieg am Anfang, dass meine Höhenangst verschwunden ist. Sie war vor einigen Jahren nach einer Skitour entstanden und nun ist sie einfach weg. Gibt’s das?? Trotzdem möchte ich nicht in einem der steilen Weinberge arbeiten müssen. Es ist sicher sehr mühsam und schweißtreibend. Da erscheint einem ein ordentlicher Preis für einen guten Wein gerechtfertigt.

Rotweinwanderweg

Wie man sieht, ist der Weg sehr abwechslungsreich, mit immer wieder herrlichen Ausblicken auf die kleinen Weinörtchen und in der Woche trifft man nur auf wenige Wanderer. An den Wochenenden allerdings ist es hier nicht mehr schön, denn eine weinselige Völkerwanderung wälzt sich dann die Wege entlang. Das Dörfchen oben ist Mayschoß, das aber noch lange nicht Endpunkt unserer Wanderung ist.


Sie haben nicht alle Tassen im Schrank

18. April 2009

… wohl aber im Blog, jeden Tag eine, einen Monat lang. Erstaunlich, welche Vielfalt von (meist) Bechern dabei zu bestaunen ist. Ich hätte Lust gehabt mitzumachen, aber ich habe die Aktion erst vor einigen Tagen gefunden und nicht genug Tassen zum Vorzeigen. Vor Monaten habe ich alle aus dickem Porzellan oder Steingut verschenkt, weil ich daraus nicht gerne trinke. Nun sehe ich, welche originellen Tassen es gibt und welche besonderen Erinnerungen daran hängen. Natürlich gibt es einige Blogs, die ihre Tassen und Becher nur einfach fotografieren und einstellen. Aber drei möchte ich hier einmal verlinken, bei denen das „Tassen-Lesen“ besonderen Spaß macht, weil sie ihre Tassen in ganz besonders origineller Weise präsentieren:

Doppelblog

Freidenkerin

offensichtlich – Hier findet man auch eine Liste aller Teilnehmer.

Und wer weiß, vielleicht bringe ich mir aus den nächsten Urlauben den ein oder anderen Becher mit.


Vergiss mein nicht

17. April 2009

Vergissmeinnicht