Die Momos haben dazu aufgerufen, Beiträge zum Holocaust-Gedenktag zu posten. Dem komme ich gerne nach.
Was damals passiert ist, darf nie vergessen werden. Ob die Menschen daraus lernen, gelernt haben? Hier in Köln gab es eine große jüdische Gemeinde und es gibt sie wieder. Sie sind mitten unter uns, sie sind Deutsche und ich hoffe, dass sie hier in Frieden leben können. Es gibt hier (außer dem großen offiziellen) einen sehr anrührenden verwunschenen kleinen Friedhof.

Das ist nur einer der vielen Spuren, die die jüdischen Kölner hier hinterlassen haben. Es gibt viele, viele überall in der Stadt. Im Rahmen meiner Beschäftigung mit der Kölner Geschichte werde ich sicher hin und wieder davon berichten.

Dabei fällt mir ein, dass wir hier in Altona auch einen grossen jüdischen Friedhof haben, den man jeden Sonntag besuchen kann…
Wir haben den großen, aktuellen in Bickendorf. Den kann man jederzeit besuchen. Aber ich habe auch mal eine Führung gemacht, wo man ganz viel über die jüdischen Begräbnisriten erfuhr. Und dann gibt’s diesen kleinen, geschlossenen, sehr versteckt liegenden. Der ist nicht öffentlich zugänglich, nur im Rahmen von Führungen.
Den hier bei uns kann man nur zu den Führungen besuchen, ansonsten ist er zu und von einem hohen Zaun umgeben… traurig genug, das das nötig ist, genauso wie vor der Synagoge und der jüdischen Schule ein Dauer-Polizei-Häuschen steht. Mich friert´s jedes Mal, wenn ich das sehe.
Der kleine ist leider auch mit Stacheldraht eingezäunt, der große, aktuelle ist offen. Ja, es ist traurig – bei unserem geschichtlichen Hintergrund – dass so ein Schutz nötig ist.
Es müsste hier in München auch einen geben, aber ich habe keine Ahnung, wo… Aber eine atemberaubende Synagoge und ein Jüdisches Kulturzentrum haben wir inmitten der Altstadt, und beides sind tagtäglich Anziehungspunkte für viele aufgeschlossene und interessierte Menschen…
Du findest sie hier:
http://www.alemannia-judaica.de/muenchen_friedhof.htm
Das neue jüdische Kulturzentrum habe ich schon gesehen; es gefällt mir gut.
Sehr schöne Bilder zu dem Thema! Auch bei uns gibt es einen jüdischen Friedhof, soviel ich weiß.
Es gibt erstaunlich viele überall, auch in ganz kleinen Orten bzw. etwas außerhalb, wie wir auf unseren Wanderungen schon gesehen haben.
Gestern wurde ein Gedenkstein am Gleis 24 des Leipziger Hauptbahnhofes eingeweihnt. Von hier begannen Transporte in die Lager. Er hat die Form eines Koffers.
Ich hoffe, dass der Bahnhof immer nur ein Ort der friedlichen Begegnungen bleibt.
Liebe Grüße von der Gudrun
Gut so. Hier bei uns in Köln-Deutz gibt es auch Erinnerungen an die Transporte, die von dort losgingen.
In der Heimat meines Mannes, wo sogut wie alle Juden… “beseitigt”… wurden, gibt es ganz in der Nähe seiner Oma einen kleinen jüdischen Friedhof. Er ist total verwachsen, die Grabsteine kaum noch zu sehen und irgendwie hat man den Eindruck, dass sich niemand darum kümmert. Dort gibt es auch keine geschichtliche Auseinandersetzung mit der Thematik wie bei uns, vielleicht in Großstädten, aber nicht in Dörfern oder gar am Land. Jedenfalls: ganz und gar erstaunlich, dass es ein Grab gibt, dessen Schrift kaum mehr lesbar ist (total abgewittert) und doch liegen dort immer wieder neue Steine (ich weiß das, weil ich das Grab immer wieder fotografiere), einmal sogar Blumen. Es gibt in all dem Verdrängen und Vergessen doch noch jemanden, der an diese ehemaligen Dorfbewohner denkt.
Das fiel mir gerade ein, als ich deine Zeilen gelesen habe. Danke für’s Erinnern.
Alles Liebe. maria
Liebe Maria,
es ist wohl normal, dass die Menschen jüdischer Religion ihre Gräber nicht so pflegen, wie wir uns das vorstellen. Aber dafür bleiben sie für ewig und dürfen nie weg von der Stelle, wo sie einmal sind. Es ist also keine Verwahrlosung, sondern so gewollt. Allerdings hat der kleine Friedhof (den ich meine) einen sehr netten Gärtner, der sich dort behtusam um alles kümmert.
Hi Ingrid! Sorry for the delay; Happy New Year!
Never forgotten!
Blogtrotter Two is leaving Corsica, finally… ;). Enjoy and have a great year ahead!!!
Thanks.
Wichtiges Thema. Danke für deinen Wegweiser zu Herrn Momo.
Ich kann mich nur immer wieder über die Unwissenheit und Ignoranz vieler Menschen wundern, was dieses Thema angeht. Sie sind auch in meinem Umfeld zu finden. Und ich rede mir den Mund fusselig. Sie meiden schon das Thema, weil sie wissen, ich spring drauf an und geb keine Ruhe.
Ignoranz … das ist es wohl. Es gibt eben viele, die das überhaupt nicht interessiert, das nicht und auch sonst nix. Es ist leider so. Aber dennoch können wir ja hier ein bisschen dagegen ankämpfen.